FAZ 06.05.2026
14:03 Uhr

Börse: Dax überwindet die Marke von 25.000 Punkten – Ölpreis rutscht ab


Der deutsche Leitindex hat die 25.000-Punkte-Marke zum ersten Mal seit Beginn des Irankriegs geknackt. Der Ölpreis sinkt, die Nachfrage nach Gold ist gestiegen.

Börse: Dax überwindet die Marke von 25.000 Punkten – Ölpreis rutscht ab

Neue Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Konflikts zwischen den USA und Iran sorgen für Aufbruchstimmung an den Börsen. Der Dax hat am frühen Mittwochnachmittag die psychologisch wichtige 25.000-Punkte-Marke zum ersten Mal seit Beginn des Irankriegs zurückerobert. Der deutsche Leitindex lag, wie auch der EuroStoxx50 rund 2,5 Prozent im Plus. Allerdings ging der Dax leicht darunter bei 24.919 Punkten aus dem Handel – ein Plus von 2,1 Prozent. Die drei wichtigsten US-Indizes notierten zum deutschen Handelsschluss je rund ein Prozent im Plus. „Der Dax dürfte insbesondere von den Aussichten auf potentiell sinkende Energiepreise profitieren“, sagte Andreas ‌Lipkow, Chefanalyst des Brokers CMC Markets. Nordsee-Rohöl der Sorte Brent und US-Leichtöl WTI weiteten ihre Verluste aus, zuletzt lagen die Preise rund 8,5 und 9,5 Prozent tiefer bei 100,89 und 92,84 Dollar je Fass (159 Liter). Kriegsende zwischen den USA und Iran? Die USA und Iran stehen pakistanischen Vermittlerkreisen zufolge kurz vor einer Vereinbarung für ein Kriegsende. Eine Absichtserklärung ‌könne sehr bald zum Abschluss gebracht werden, sagt ein pakistanischer ‌Insider aus dem Umfeld der Vermittlungen. „Wir sind kurz davor“, heißt es weiter. Es ist demnach von einem Memorandum im Umfang von einer Seite die Rede. Damit wird ein Bericht des US-Nachrichtenportals Axios bestätigt. Stellungnahmen aus Washington oder Teheran liegen zunächst nicht vor. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor von großen Fortschritten gesprochen und eine vorübergehende Aussetzung des US-Geleitschutzeinsatzes für Handelsschiffe in der Straße von Hormus in Aussicht gestellt. Anleger griffen auch bei Gold zu: Das ⁠Edelmetall verteuerte sich um mehr als drei Prozent. „Ein Friedensabkommen, das eine Normalisierung der Schifffahrt durch die Straße von Hormus ermöglicht, würde den Inflationsdruck mindern und es der US-Notenbank Federal Reserve ermöglichen, die Zinsen im Jahr 2026 zu senken“, erläuterte ActivTrades-Analyst Ricardo Evangelista. Niedrigere Zinssätze kurbeln die Nachfrage nach Gold an, das keine Zinsen abwirft, und stützen so den Preis. Goldpreis könnte über 5000 Dollar steigen In einem solchen Szenario dürften zudem der Dollar und die Anleiherenditen fallen. ⁠Ein solches Szenario ‌könnte es dem Edelmetall ermöglichen, über 5000 Dollar zu steigen und sich bis zum Jahresende der Marke von 5500 Dollar zu nähern, sagte Evangelista. Eine schwächere US-Devise macht in Dollar gehandelte Rohstoffe billiger und stützt damit zusätzlich die Nachfrage. Der Dollar-Index lag am Mittwoch gegen Mittag gut ein halbes Prozent im Minus bei 97,850 Punkten und damit so tief wie seit Anfang März ⁠nicht mehr. Bei den Einzelwerten reagierten Anleger auf eine Reihe neu veröffentlichter Geschäftszahlen überwiegend positiv. Unternehmen wie Continental, BMW, HelloFresh, Rational, Lufthansa und Symrise legten nach Vorlage der Ergebnisse ⁠zwischen einem und fast acht Prozent zu. Um ein bis 1,5 Prozent nach unten ging es hingegen für Fresenius, Renk und Hensoldt. Einige Werte, etwa Infineon, Daimler Truck, Zalando und Redcare Pharmacy, begaben sich nach der Vorlage der Zahlen auf Richtungssuche.